Mobile News – der Second Screen und seine Bedeutung für Unternehmen und Medien


Der Begriff „Second Screen“ taucht in der Mobile-Branche schon seit einiger Zeit immer wieder auf, weshalb ich die Thematik des „zweiten Bildschirms“ diesen Monat auch in unseren Mobile News einmal aufgreifen möchte.

Denn mittlerweile nehmen sich nicht nur einige Start-ups, sondern z.B. auch TV-Sender oder eCommerce-Unternehmen dem Thema immer intensiver an und „Second Screen“ entwickelt sich zu einem immer wichtiger werdenden Thema mit dem sich die „Mobilisten“, sowohl in der Fachpresse als auch auf vielen Veranstaltungen, zunehmend auseinandersetzen.

Unter dem „Second Screen“ versteht man (derzeit*) in der Regel ein Smartphone oder Tablet, das als „zweiter Bildschirm“ parallel zum TV genutzt wird. D.h. der User nutzt sein mobiles Gerät, während er sich das aktuelle TV-Programm ansieht – sei es in der Werbepause oder auch während einer Sendung, um im Internet zu surfen, sich mit Freunden auszutauschen, E-Mails abzurufen etc.

(*“Derzeit“ deshalb, da einige in Smartphones und Tablets das Potential des „First Screens“ sehen und sich z.B. in den USA der Trend bereits in diese Richtung entwickelt.)

Ich schließe mich im Folgenden der Definition der Unternehmensberatung Anyweb an, wenn ich von „Second Screen“ spreche: „Second Screen meint die Nutzung des Internet während des Fernsehens mit Bezug zum aktuellen Programm“. 

Second Screen gewinnt an Relevanz – immer mehr Apps von TV-Sendern und eCommerce-Unternehmen

Der „zweite Bildschirm“ sei vor allem für die „jüngeren“ Onlineshops und TV-Sender ein Thema, so Anyweb. Laut deren Studie nutzen in Deutschland 62% der Tablet-Nutzer und 54% der Smartphone-Nutzer zwischen 14 und 49 Jahren ihr Gerät während des Fernsehschauens. Unter den eCommerce-Seiten sind dabei Amazon und ebay an der Spitze der parallel genutzten Shops, gefolgt von Zalando, Tchibo und Otto. Besonders gern surfen Zuschauer von Sendern wie Viva, Super RTL, Tele5, DMAX und 3Sat während des TV-Programms. Aber auch bei TV-Sendern wie Pro7, RTL, ZDF oder Das Erste liegt der Anteil der Second Screen-Nutzer unter den Zuschauern bei 45%-50%. 

Immer mehr TV-Sender bieten daher spezielle Apps um ihre Second Screen User abzuholen und direkt mit ihnen in Kontakt zu treten. Besonders beliebt sind Apps zu Casting-Shows wie z.B. “Das Supertalent”, “The Voice of Germany” etc. Aber auch für „Wetten, dass…“ oder dieses Jahr erstmalig für den “Eurovision Songcontest” wurden bereits Second Screen Apps entwickelt, die z.B. das Abstimmen über Wettkönig oder Contest-Sieger ermöglichen.

Teils haben die TV-Sender auch Apps, die das gesamte TV-Programm begleiten und dem User die Verbindung mit Smartphone, Tablet oder SmartTV ermöglichen, so z.B. ProSiebenSat.1 mit deren „Connect“ Apps (ProSieben oder Sat1).  Zuschauer können sich mit anderen Fans austauschen, Fragen stellen, Abstimmen oder Zusatzinformationen erhalten. 

Großer Markt für Start-ups 

Wie eingangs erwähnt tummeln sich auch junge Start-ups im Bereich der Second-Screen-Angebote. Eines davon wurde von deutsche-startups.de sogar zum Start-up des Jahres 2012 gewählt, das Münchner Unternehmen wywy (http://wywy.tv/) mit seiner gleichnamigen Sender-unabhängigen Second-Screen App. Neben dem Chat mit Freunden ist hier die Besonderheit, dass Zuschauer sich bei einer Sendung „einchecken“ können, um so Punkte zu sammeln, die dann in Prämien wie Gutscheine von Lieferando, Amazon oder Zalando eingetauscht werden können.

Weiterführender Artikel: Start-up WyWy: Der Kampf um den zweiten Bildschirm

Allein ist wywy damit nicht, Start-ups die in eine ähnliche Richtung denken, sind z.B. Zapitano, Shazam oder Couchfunk.

Dass das Konzept der Parallelnutzung tatsächlich erfolgreich sein kann, bestätigte z.B. Zalando mit einem interessanten Einblick in deren Zahlen. Nach Aussage von Christian Meermann, Chief Marketing Officer von Zalando, steigt deren Zugriff auf die Website über Tablets und Smartphones auf ca. 25% des Gesamttraffics, wenn ein Zalando-Spot im TV läuft, was eine fast dreifache Zunahme des mobilen Angebots bedeutet. Und dabei hatte Zalando zum Zeitpunkt dieser Messung noch nicht einmal eine mobile App, d.h. die Zahlen beziehen sich nur auf die zunehmende Nutzung des mobilen Webangebots während einer TV-Spot-Ausstrahlung.

Das Beispiel zeigt: Auch wenn der Markt um den zweiten Bildschirm in Deutschland noch recht klein ist, gibt es viele denkbare Ausbauszenarien, die vor allem auch neue Möglichkeiten und Potentiale für Werbetreibende bieten. Es bleibt weiter spannend zu beobachten, welche Apps, Angebote, Anbieter, TV-Sender oder auch Online-Shops sich hier durchsetzen und davon profitieren werden.

 Den ganzen Artikel gibt es wie immer hier: LINK.

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